Warum geben die Wirtschaftskammern 15 Millionen Euro pro Jahr für Werbung aus?

Wen will die Kammer damit überzeugen? Ihre Zwangsmitglieder?

Laut Daten der RTR hat die Wirtschaftskammer im Jahr 2018 rund 15 Millionen Euro für Werbung ausgegeben. „Angesichts dieser Ausgaben darf man sich schon fragen: Wofür wird denn geworben? Die Zwangsmitgliedschaft braucht ja wohl keine Bewerbung”, betont UNOS-Bundessprecher Michael Schuster. Spitzenreiter ist die Wirtschaftskammer Wien mit über 1 Million Euro, gefolgt von der Bundeswirtschaftskammer.

„Werbung für Sparten oder Berufsbilder wäre noch nachvollziehbar, wenn auch nicht wesentlich sinnvoller” so Schuster weiter. Während wichtige Reformen wie eine neue Gewerbeordnung auf der Strecke bleiben, betreibt die Wirtschaftskammer Selbstbeweihräucherung in ganz großem Stil. 28 Euro pro Jahr und aktivem Mitglied ist das offenbar wert. Geld, das die Unternehmer sicher sinnvoller einsetzen könnten.

Es scheint, als hätte die WKO vergessen, dass sie eigentlich die Interessen der Unternehmer_innen vertreten sollte: „Die SVA verlangt von Selbstständigen Müttern und Vätern horrende Nachzahlungen, das scheint die WKO aber nicht zu kümmern. Lieber betreibt sie Imagekampagnen in Millionenhöhe!”, zeigt sich Schuster verwundert.

2019-03-19T13:38:27+00:00