
Zeit für echte Mitbestimmung: warum die Fachgruppen endlich reformiert werden müssen
Heute ist Fat Cat Day. Ein symbolischer Tag, an dem darüber diskutiert wird, wie schnell Spitzenmanager:innen das Jahresgehalt eines durchschnittlichen Arbeitnehmers verdienen.
Der Fat Cat Day wird oft als Sinnbild für Einkommensunterschiede herangezogen. Er sorgt für Aufmerksamkeit und für Emotionen. Doch während sich die öffentliche Debatte auf Spitzengehälter konzentriert, gerät eine große Gruppe regelmäßig aus dem Blick: die arbeitende unternehmerische Mitte in Österreich.

Während über Vorstandsgehälter gesprochen wird, sperrt Maria* um 6:30 Uhr ihr Geschäft auf.
Maria ist Unternehmerin. Sie zahlt pünktlich Gehälter, hält sich an Arbeitszeitregelungen und gesetzliche Mindestlöhne, setzt neue Vorschriften um und kämpft sich durch die wachsende Bürokratie. Sie arbeitet weit mehr als 60 Stunden pro Woche. Nicht, weil es glamourös ist, sondern weil die Verantwortung für ihren Betrieb das erfordert.
Am Monatsende bleibt für Maria kein fixes Einkommen. Sie zahlt sich aus, was nach Fixkosten, Gehältern, Abgaben und notwendigen Investitionen übrig bleibt – wenn überhaupt.
Maria ist keine „Fat Cat“.
Maria ist Teil jener arbeitenden Mitte, die Risiko übernimmt und Arbeitsplätze schafft. Diese Realität prägt den Alltag hunderttausender Unternehmerinnen und Unternehmer in Österreich – sie findet in der öffentlichen Debatte jedoch kaum Platz. Als fleißige Unternehmerin wird sie oft mit den sogenannten „Fat Cats“ in einen Topf geworfen. Das dient der Polarisierung und schürt Neiddebatten, für eine sachliche Auseinandersetzung nützt es allerdings nichts.
Der Fat Cat Day stellt einen sehr kleinen Teil der wirtschaftlichen Realität in den Mittelpunkt. In Österreich besteht Unternehmertum jedoch überwiegend aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) (99,7% aller in Österreich aktiven Unternehmen**) sowie Ein-Personen-Unternehmen.
Diese Betriebe:
Wer Unternehmertum auf wenige Spitzengehälter reduziert, verkennt diese Realität.
In der öffentlichen Diskussion rund um den Fat Cat Day bleiben zentrale Aspekte häufig unbeachtet:
Wir UNOS stehen für eine sachliche, lösungsorientierte Debatte. Wer Unternehmertum stärken will, muss die arbeitende Mitte entlasten. Nicht durch Neiddebatten oder Symbolpolitik, sondern durch faire Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie sowie eine Entlastung von Arbeit und Leistung.
Der Fat Cat Day ist ein Symbol.
Die eigentliche Frage ist, wie wir ein System gestalten, in dem Leistung, Verantwortung und Unternehmergeist wieder stärker zählen – für alle, nicht nur für einige wenige.
Dafür stehen UNOS – Unternehmerisches Österreich. Wenn du findest, dass Unternehmertum Anerkennung und faire Bedingungen verdient, dann gestalte mit uns die Zukunft. Werde jetzt Mitglied oder unterstütze uns mit deiner Spende. Jeder Beitrag hilft uns, weiterhin unabhängig, mutig und konsequent für die Interessen der Unternehmer:innen einzutreten.
*Anmerkung: Maria ist keine tatsächliche Person, sondern steht beispielhaft für die vielen tausend Unternehmerinnen und Unternehmer von Klein- und Mittelbetrieben in Österreich.
** Quelle: https://www.usp.gv.at/aktuelles/newsliste/kmu-im-fokus-2024.html